Schloss

    Das Schloss in Bad Bergzabern ist heute Sitz der Verwaltung.

    Das Schloss

    Im Bauernkrieg des Jahres 1525 wurde die Burg in Bergzabern, die 1333 erstmalig erwähnt wurde, ausgeplündert und  niedergebrannt. In den Jahren bis 1532 erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Burg als befestigtes Schloss an selber Stelle. Errichtet wurde zuerst, wegen des sumpfigen Bodens auf Eichenholzpfähle gegründet, der Südbau: Nach seinem Erbauer, Ludwig dem Schwarzen von Pfalz-Zweibrücken, Ludwigsbau genannt. Die beiden Rundtürme im Westen und Osten dienten zur Aufnahme von Geschützen, die Wohn- und Wirtschaftsräume befanden sich in den zwei Obergeschossen. Der Zugang erfolgte über einen Treppenturm in Norden des Gebäudes, dessen Portal aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance stammt und nach Ausweis einer Datumskartusche 1530 fertiggestellt wurde. Die Anlage war von einem Wassergraben geschützt, eine Anbindung an die Stadtmauer ist wahrscheinlich, lässt sich aber heute nicht mehr rekonstruieren.

    In den Jahren 1561 bis 1579 entstand der Wolfgangsbau, eine dreiflügeliger Anbau, der sich im Norden an den Ludwigsbau anschloss. Im Norden anschließend entstand ein weiterer, ebenfalls dreiflügeliger, niederer Anbau. Durch den Einbau von Geschützscharten und die große Mauerstärke blieb die Verteidigungsfähigkeit des Schlosses erhalten. Begonnen unter Herzog Wolfgang gelangte der Wolfgangsbau unter seinem Sohn Johann I. zur Vollendung. Herausragendes Architekturteil ist das Riesentor im Stile der Renaissance. Der Herzog weilte häufiger in dem Schloss, sein Sohn Johann II. ließ nach 1604 die Innenräume, vor allem den großen Saal im Ostflügel ausbauen und eine luxuriöse  Innenausstattung anschaffen.

    Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss ausgeplündert und das Inventar weggeschleppt, noch 1661 fanden sich kaum Möbel und Haushaltsgegenstände in den Räumen.

    1676 traf das Schloss der nächste Schlag. Am 20. Februar brandschatzten französische Streifverbände aus der Festung Philippsburg das Schloss und zerstörten auch Teile der Stadt. 1704 stand der Bau ohne Dach, genutzt wurden vor allem die Keller unter dem Ludwigsbau und dem Ostflügel des Wolfgangsbaus.

    1720 bis 1725 wurde das Schloss unter der Leitung des schwedisch-zweibrückischen Oberbaudirektors Jonas Ericson Sundahl wieder aufgebaut und Inventar für die Wohnräume angekauft. 1728 war das Schloss wieder bewohnbar. Eine Inschriftentafel im Hof des Schlosses erinnert an diesen Wiederaufbau.

    Einen Höhepunkt in der Geschichte von Stadt und Schloss Bergzabern bildeten die Jahre 1744 bis 1774, in denen die Witwe Christians III., Herzogin Karoline von Pfalz-Zweibrücken, ihren Witwensitz im Schloss hatte und die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt maßgeblich förderte.

    In der Französischen Revolution erlitt das Schloss als Symbol der überwundenen Feudalherrschaft Beschädigungen, vor allem an den Wappen des Portals des Ludwigsbau und am Riesentor, die teilweise ausgehauen wurden. Es wurde als Nationalgut eingezogen und  in der Folge abschnittsweise an Privatleute weiter veräußert. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kaufte die Stadt Teile des Gebäudes an und nutzte sie als Schule. Um die Mitte des  Jahrhunderts wurde die heutige Freitreppe an der Südseite des Ludwigsbaus angebaut. Der nördliche Anbau wurde zum Distriktskrankenhaus.

    1909 brannte das Schloss vollständig aus. Vor allem der Dachstuhl und die Inneneinrichtung wurden zerstört. Im Zweiten Weltkrieg kam es wieder zu Schäden, vor allem am Riesentor.

    1982-1984 wurde das Gebäude vollständig renoviert, und die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern bezog ihre Verwaltungsräume im Schloss.

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